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Aktuell

Rundbrief Nr.20, 2018, Tibeter Verein Ngari Korsum Schweiz

Den Rundbrief 20, 2018, finden Sie hier oder zum download im Archiv.

Kailash Internat der Tibetersiedlung Phuntsokling Ueberwachungsbesuch 2018

Unser Patenschaftsbetreuer Konchok Chugstang hat im September das Kailash-Internat besucht, um sich vor Ort ein genaues Bild über den aktuellen Stand zu machen. Eine Prüfung der richtigen Verwendung Ihrer grosszügigen Spendengelder ist für uns von grosser Wichtigkeit.

Während einer Woche war Konchok Chugtsang mit den Studenten, dem Betreuungspersonal und der Schullehrerschaft zusammen, um die Situation im Internat richtig zu erfassen und allfällige Verbesserungen vorzunehmen. Folgende Punkte standen dabei im Vordergrund:

  • Die Studenten sollen ihre fünf wichtigen Lebensjahre im Institut in einer friedlichen, gesunden und liebevollen Atmosphäre verbringen können.
  • Weiter ist uns eine gesunde Ernährung wichtig.
  • Die Studenten sollen genügend Freizeit zur Verfügung haben für Spiele und Sport, ungestörten Raum für Selbststudium und Hausaufgaben.
  • Ein weiteres Ziel beim Besuch war auch, die Studenten zum Lernen und Weiterbildung zu inspirieren und motivieren.


Auf dem Weg zur Schule


Mittagessen


Bäumepflanzen

Insgesamt kam beim Besuch sehr deutlich zum Ausdruck, wie aufgestellt und glücklich die Studenten im Kailash-Internat sind.

Entwicklung und Verbesserungen im Schulsystem der Studenten des Kailash-Internats

Dieses Jahr gab es eine grosse Änderung in der Administration der von den Studenten des Kailash-Internat besuchten Schule. Bisher war die Schule bekannt unter dem Namen "Central Tibetan School" und wurde von der Indischen Regierung betrieben. Die meisten Lehrer und die Administration waren Inder. Nach mehrjährigen Verhandlungen wurde die Schule im Mai diesen Jahres der Sambhota Tibetan School Society übergeben, unter dem Erziehungsdepartement der Central Tibetan Administration, Dharamsala. Neu sind fast alle Lehrer Tibeter, meist jung und sehr motiviert.

Wir sehen sehr gute Möglichkeiten, mit den Lehrern der Sambhota Tibetan School intensiv zusammenzuarbeiten für Einrichtungen wie Bibliothek, Computerausrüstung, Spiel und Sport, spezielle Betreuung von schwächeren Studenten sowie Unterstützung von besonders fähigen Studenten.
Bereits haben wir einen deutlichen Wechsel bei der Motivation der Studenten festgestellt. Wir sehen deshalb eine gute Zukunft für talentierte und fleissige Studenten. Der Wechsel ist sehr ermutigend.

Kailash Internat Phuntsokling, Sponsorbesuch im Januar 2017

Frau Sylvia Billich aus Hilden/Deutschland unterstützt seit vielen Jahren die Kailash Projekte, vor allem durch die Übernahme von Patenschaften. Es ist ihr sehr wichtig, ihre „Kinder“ persönlich kennenzulernen, bevor diese das Internat nach den Abschlussprüfungen verlassen.

Im Januar dieses Jahres besuchte sie ihr Patenkind in Phuntsokling in Odisha/Indien. Über ihre Reise dorthin und ihren mehrtägigen Aufenthalt im Kailash Internat Phuntsokling schrieb sie einen sehr interessanten Bericht:

   

Hier einige Ausschnitte:

Reise nach Phuntsokling, Odisha:
...In Bubaneshwar erwartet uns Jampa, der Fahrer des Camps, um uns nach Phuntsokling zu bringen. Etwa 6 Stunden dauert die Fahrt. Unterwegs erinnert ein Straßenschild „Elephants crossing“ daran, dass der Staat Orissa früher dichter Dschungel war. Es wird zunehmend hügeliger und grüner, die Luft klarer und frischer, denn Phuntsokling liegt auf etwa 1000 m. Ein letztes Abbiegen von der Hauptstraße nach links – und wir sind endlich da! Und auch das Empfangskommitee ist da: Amala, die Hausmutter, Mr. Samdup, der Leiter der Siedlung, Mr. Lekshe, der Heimleiter ( und viel viel mehr, wie ich im Lauf der kommenden Tage merken werde ), der Koch, die Köchin, der Gärtner – wir werden mit Wärme und Herzlichkeit empfangen. Ich freue mich, endlich hier angekommen zu sein! Die gesamte Anlage ist gepflegt, sauber, ruhig und freundlich; Hibiskuspflanzen blühen, Hunde dösen friedlich vor sich hin auf dem Platz vor den Schlafräumen der Mädchen und Jungen, das warme Gelb der Gebäude gefällt mir sehr, und ganz besonders mag ich die gelben Außenwände der oberen Etage des Wohnhauses, die durch einen roten Streifen aufgelockert werden.....

Tagesablauf im Internat:
....Um 5.00 Uhr läutet die Glocke, und bis zum Frühstück sind ihre langen Gebete und religiösen Gesänge durch die offenen Türen und Fenster der „Hall“ zu hören. Frühstück, Unterricht bis zum Nachmittag, nur unterbrochen von einer Essenspause. Nach dem Unterricht duschen sie, waschen ihre Kleidung, tauschen Schulkleidung in T-Shirt und Jeans oder Leggings, putzen ihre Schuhe und haben dann etwa 1 Stunde Freizeit, bevor für die Älteren um 18.00 bzw. 19.00 Uhr der Zusatzunterricht in Englisch und Mathematik beginnt. Aktiv / Passiv ist das Thema der Stunde, an der ich teilnehme, mir als ehemaliger Englischlehrerin sehr vertraut, und noch, als ich längst schon auf meinem Zimmer bin, schallen die durchdringende, fragestellende Stimme des Lehrers und die im Chor gesprochenen Antworten der Schüler herüber: „SVO (Subject, Verb, Object): My mother cooks a meal – A meal is cooked by my mother“. Andere jüngere Schüler sitzen im selben Raum, machen Hausaufgaben bei nicht sehr gutem Licht oder lesen. Während Konchok und ich, bereits bestens von Lekshe mit Tschapati, Gemüse, Yoghurt, Obst und Tee versorgt, im Gästehaus zu Abend essen, hören wir wieder Gebete und Gesang aus der Hall; es ist inzwischen nach 20.00 Uhr. Der Tag neigt sich mit dem Abendessen auch für die Schüler langsam dem Ende zu, und dennoch bereiten sich Chime und einige andere noch auf eine schriftliche Prüfung in Englisch am nächsten Tag vor. ....

Genereller Eindruck vom Internat:
....meine Begeisterung, mein Respekt für all das, was hier in den letzten Jahren geschaffen worden ist. Natürlich hatte ich schon durch die Rundbriefe einige Vorstellungen, aber es ist noch mal eine ganz andere Sache, mit eigenen Augen zu sehen, was hier entstanden ist: gepflasterte Wege, auf denen Schlangen und Skorpione keine guten Karten haben; wunderbare stabile Gebäude, fließendes Wasser, Duschen, Waschbecken und Toiletten drinnen, so dass die Schüler und Schülerinnen nicht, wie früher, bei Wind und Wetter und vor allem nachts erst einmal einen kleinen Fußmarsch machen müssen; Elektrizität; dichte Decken, durch die kein Wasser tropft; Geländer für die Sicherheit; Rasen und Blumen fürs Auge und die Seele. Um all dies zu schaffen, weiterzuentwickeln und zu bewahren, braucht es natürlich Geld, und ich sehe, dass mit den Spendengeldern sehr sorgsam und kompetent umgegangen wird. Unsere Spenden sind hier in den besten Händen. Aber es braucht eben auch Menschen, die sich engagieren, Ideen, Träume, Visionen, Kraft, Energie, Ausdauer, Durchhaltevermögen, Phantasie mitbringen, die für ihre Ideen „brennen“, die sich in ihrer unermüdlichen Tätigkeit nicht entmutigen lassen, und genau von diesem Geist spüre ich hier viel....

Den ganzen sehr unterhaltsamen Bericht des Besuches finden Sie hier oder zum download im Archiv.

Frau Sylvia Billich hatte bereits in unserem Projekt in Darchen Patenkinder unterstützt und auch besucht:

   

Für ihre langjährige und stets so grosszügige Unterstützung möchten wir uns sehr herzlich bedanken!