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Aktuell

Kailash Internat Phuntsokling, Sponsorbesuch im Januar 2017

Frau Sylvia Billich aus Hilden/Deutschland unterstützt seit vielen Jahren die Kailash Projekte, vor allem durch die Übernahme von Patenschaften. Es ist ihr sehr wichtig, ihre „Kinder“ persönlich kennenzulernen, bevor diese das Internat nach den Abschlussprüfungen verlassen.

Im Januar dieses Jahres besuchte sie ihr Patenkind in Phuntsokling in Odisha/Indien. Über ihre Reise dorthin und ihren mehrtägigen Aufenthalt im Kailash Internat Phuntsokling schrieb sie einen sehr interessanten Bericht:

   

Hier einige Ausschnitte:

Reise nach Phuntsokling, Odisha:
...In Bubaneshwar erwartet uns Jampa, der Fahrer des Camps, um uns nach Phuntsokling zu bringen. Etwa 6 Stunden dauert die Fahrt. Unterwegs erinnert ein Straßenschild „Elephants crossing“ daran, dass der Staat Orissa früher dichter Dschungel war. Es wird zunehmend hügeliger und grüner, die Luft klarer und frischer, denn Phuntsokling liegt auf etwa 1000 m. Ein letztes Abbiegen von der Hauptstraße nach links – und wir sind endlich da! Und auch das Empfangskommitee ist da: Amala, die Hausmutter, Mr. Samdup, der Leiter der Siedlung, Mr. Lekshe, der Heimleiter ( und viel viel mehr, wie ich im Lauf der kommenden Tage merken werde ), der Koch, die Köchin, der Gärtner – wir werden mit Wärme und Herzlichkeit empfangen. Ich freue mich, endlich hier angekommen zu sein! Die gesamte Anlage ist gepflegt, sauber, ruhig und freundlich; Hibiskuspflanzen blühen, Hunde dösen friedlich vor sich hin auf dem Platz vor den Schlafräumen der Mädchen und Jungen, das warme Gelb der Gebäude gefällt mir sehr, und ganz besonders mag ich die gelben Außenwände der oberen Etage des Wohnhauses, die durch einen roten Streifen aufgelockert werden.....

Tagesablauf im Internat:
....Um 5.00 Uhr läutet die Glocke, und bis zum Frühstück sind ihre langen Gebete und religiösen Gesänge durch die offenen Türen und Fenster der „Hall“ zu hören. Frühstück, Unterricht bis zum Nachmittag, nur unterbrochen von einer Essenspause. Nach dem Unterricht duschen sie, waschen ihre Kleidung, tauschen Schulkleidung in T-Shirt und Jeans oder Leggings, putzen ihre Schuhe und haben dann etwa 1 Stunde Freizeit, bevor für die Älteren um 18.00 bzw. 19.00 Uhr der Zusatzunterricht in Englisch und Mathematik beginnt. Aktiv / Passiv ist das Thema der Stunde, an der ich teilnehme, mir als ehemaliger Englischlehrerin sehr vertraut, und noch, als ich längst schon auf meinem Zimmer bin, schallen die durchdringende, fragestellende Stimme des Lehrers und die im Chor gesprochenen Antworten der Schüler herüber: „SVO (Subject, Verb, Object): My mother cooks a meal – A meal is cooked by my mother“. Andere jüngere Schüler sitzen im selben Raum, machen Hausaufgaben bei nicht sehr gutem Licht oder lesen. Während Konchok und ich, bereits bestens von Lekshe mit Tschapati, Gemüse, Yoghurt, Obst und Tee versorgt, im Gästehaus zu Abend essen, hören wir wieder Gebete und Gesang aus der Hall; es ist inzwischen nach 20.00 Uhr. Der Tag neigt sich mit dem Abendessen auch für die Schüler langsam dem Ende zu, und dennoch bereiten sich Chime und einige andere noch auf eine schriftliche Prüfung in Englisch am nächsten Tag vor. ....

Genereller Eindruck vom Internat:
....meine Begeisterung, mein Respekt für all das, was hier in den letzten Jahren geschaffen worden ist. Natürlich hatte ich schon durch die Rundbriefe einige Vorstellungen, aber es ist noch mal eine ganz andere Sache, mit eigenen Augen zu sehen, was hier entstanden ist: gepflasterte Wege, auf denen Schlangen und Skorpione keine guten Karten haben; wunderbare stabile Gebäude, fließendes Wasser, Duschen, Waschbecken und Toiletten drinnen, so dass die Schüler und Schülerinnen nicht, wie früher, bei Wind und Wetter und vor allem nachts erst einmal einen kleinen Fußmarsch machen müssen; Elektrizität; dichte Decken, durch die kein Wasser tropft; Geländer für die Sicherheit; Rasen und Blumen fürs Auge und die Seele. Um all dies zu schaffen, weiterzuentwickeln und zu bewahren, braucht es natürlich Geld, und ich sehe, dass mit den Spendengeldern sehr sorgsam und kompetent umgegangen wird. Unsere Spenden sind hier in den besten Händen. Aber es braucht eben auch Menschen, die sich engagieren, Ideen, Träume, Visionen, Kraft, Energie, Ausdauer, Durchhaltevermögen, Phantasie mitbringen, die für ihre Ideen „brennen“, die sich in ihrer unermüdlichen Tätigkeit nicht entmutigen lassen, und genau von diesem Geist spüre ich hier viel....

Den ganzen sehr unterhaltsamen Bericht des Besuches finden Sie hier oder zum download im Archiv.

Frau Sylvia Billich hatte bereits in unserem Projekt in Darchen Patenkinder unterstützt und auch besucht:

   

Für ihre langjährige und stets so grosszügige Unterstützung möchten wir uns sehr herzlich bedanken!

Rundbrief Nr.18, 2016, Tibeter Verein Ngari Korsum Schweiz

Den Rundbrief 18, 2016, finden Sie hier oder zum download im Archiv

Kailash Internat der Tibetersiedlung Phuntsokling Ueberwachungsbesuch 2016

Der Verein hat in seinen Projekten stets mit großer Sorgfalt überwacht, dass die Spendengelder von den Empfängern in korrekter und transparenter Art und Weise verwendet werden. Zu diesem Zweck besuchten im September Tsering Wangdak Batsang und Konchok Chugtsang wieder das Kailash-Internat.

Die Fertigstellung der Schlafsäle für Jungen und Mädchen und der Bau des Wohnheims für die Mitarbeiter waren sehr zufriedenstellend und hat sie sehr beeindruckt.

Die Schüler fanden sie sehr glücklich vor, gesund und motiviert zu Lernen. Sie sind sehr zufrieden mit dem Leben im Kailash-Internat. Sowohl die Lehrer als auch die Eltern haben uns informiert, dass allgemein der Lernfortschritt der Internats-Studenten sind viel besser ist als derjenige der Studenten ausserhalb.

Erziehung und Ausbildung

Tsuma Tsultrim Sangmo, eine tibetische Nonne, ist im Juni letzten Jahres dem Betreuungsteam des Kailash-Internats beigetreten. Sie unterrichtet die Studenten in Philosophie, tibetischer Sprache und Grammatik. Sie betreut auch ethische Aspekte und Probleme der Studenten. Sowohl das Betreuungsteam als auch die Studenten schätzen ihre Mitarbeit sehr.

 

  25 Jahre Tibeter Verein Ngari Korsum Schweiz!

   

Vor 25 Jahren, im Juni 1990, trafen sich in Ziegelbrücke die Mitglieder von fünfundzwanzig in der Schweiz ansässigen tibetische Familien zur Gründung eines Vereins für Familien aus der Region Ngari in West-Tibet.

Das primäre Ziel war die tibetische Kultur aufrecht zu erhalten und zudem Probleme bei der Integration in der Schweiz zu lösen. Wir machten uns aber auch Gedanken, wie wir unsere tibetischen Landsleute in der Heimat unterstützen könnten, vor allem in den Bereichen Bildung, Gesundheit und Umwelt.

 
  • 1995 gründeten wir das Tibetan Medical and Astro Institute, in Darchen, Westtibet, am Fusse des heiligen Berges Kailash. In mehreren Stufen wurde es ausgebaut, mit Klinik, Schule für tibetische Medizin, Produktion von traditionellen tibetischen Medikamenten. Nach 16 Jahren, im Februar 2011, wurden wir von den Behörden in Westtibet überraschend informiert, dass unsere Unterstützung für das Institut gestoppt und das Institut an eine chinesische Organisation übergeben werde. Es gab für uns keine andere Alternative als zu akzeptieren. Das Institut wird jedoch voll weitergeführt und kann so weiter für Ausbildung, Gesundheitswesen und Umweltschutz in dieser ärmsten Region Tibets erfolgreich beitragen.
 
  • Unser Tibeter Verein Ngari Korsum Schweiz beschloss aber sich weiterhin voll für Projekte in Ausbildung und Gesundheitswesen bedürftiger Tibeter einzusetzen, jetzt vor allem für Projekte in den Tibeter-Gemeinschaften in Indien und Nepal. Als weiteres Projekt wurde 2011 deshalb das Internat in der Tibeter Siedlung Phuntsokling in Odisha für eine Unterstützung ausgewählt, unser gegenwärtiges Projekt. Es liegt im Osten Indiens, in einer der ärmsten Gebiete. Unsere Ziel war es, den tibetischen Kindern in dieser abgelegenen Gegend eine bessere Erziehung zu geben und zudem für ihre Gesundheit zu sorgen. Seit unserer Übernahme haben 63 Schüler ihre Prüfungen nach der zehnten Klasse bestanden.

Der Verein blickt heute auf 25 Jahre erfolgreiche Tätigkeit zurück. Ohne die grosszügige Unterstützung durch unsere Sponsoren wäre dies alles nicht möglich gewesen.

Am 26. September 2015 feierten wir in Horgen unser Jubiläum. Bilder finden Sie in der Gallerie hier.